Therapeutenwechsel: Wie funktioniert eine Reststundenübertragung?

  1. Home
  2. Psychotherapie beginnen
  3. Therapeutenwechsel: Wie funktioniert eine Reststundenübertragung?

Wenn ein Patient nach Therapeutenwechsel von einem anderen Psychotherapeuten jetzt die Psychotherapie bei Ihnen fortsetzen möchte, richtet sich das weitere Vorgehen danach, ob es sich um einen Verfahrenswechsel handelt, oder lediglich um eine Reststundenübernahme.

Was ist eine Reststundenübertragung?

Eine Reststundenübernahme kommt dann in Frage, wenn Sie tiefenpsychologisch fundiert arbeiten, und der vorherige Therapeut ebenfalls. Dann müssen Sie oder Ihr Patient lediglich beim Vorbehandler erfragen, wieviele Stunden des bisher bewilligten Stundenkontingents noch frei sind.

Danach reicht ein formloses Schreiben an die Krankenversicherung, oft sogar ein Anruf, und der Sachbearbeiter sendet Ihnen einen neuen Anerkennungsbescheid der Leistungspflicht für diesen Patienten.

Wie ist das Vorgehen bei einem Verfahrenswechsel?

Wenn es sich um einen Verfahrenswechsel handelt, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie soll in eine analytische Psychotherapie überführt werden

Sie müssen einen Umwandlungs- oder Fortführungsantrag stellen, und in der Behandlungsplanung beschreiben, was geplant ist. Im PTV2-Formular tragen Sie die beantragten Stunden mit dem gewählten Verfahren, kodiert nach EBM, in die entsprechenden Felder ein.

Da es sich bei beiden Verfahren um psychoanalytisch begründete Verfahren handelt, werden die bereits geleisteten Stunden auf das noch verbleibende Kontingent angerechnet.

Für den Fall, dass die Stundenzahl nicht ausreichen sollte, um eine Psychotherapie sachgemäß und mit ausreichend günstiger Prognose durchführen zu können, müssen Sie vor Behandlungsbeginn klären, ob in diesem besonderen Fall die Regelkontingente überschritten werden können, weil Sie sonst in Schwierigkeiten kommen können.

2. Eine Verhaltenstherapie soll in eine tiefenpsychologisch fundierte oder eine analytische Psychotherapie „umgewandelt“ werden

In diesem Fall stellen Sie einen vollständig neuen Antrag.Sie bekommen dann bei Bewilligung der Kostenübernahme auch die vollständigen Kontingente, es erfolgt keine Anrechnung der vorherigen Psychotherapie.

Sie bekommen dann bei Bewilligung der Kostenübernahme auch die vollständigen Kontingente, es erfolgt keine Anrechnung der vorherigen Psychotherapie.

War dieser Beitrag hilfreich?

Ähnliche Artikel

Responses

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. In NRW habe ich schon mehrfach aktuell von Kassenmitarbeitern erfahren, dass eine Therapiekontingentübertragung nicht mehr möglich sei. So muss jedes Mal beim Therapeutenwechsel ein Neuantrag geschrieben werden. Lg

    1. Von dieser Entwicklung habe ich noch nicht gehört, auch nicht in Zusammenhang mit den Anträgen, die wir in der Ausbildungsambulanz stellen, die ich leite, aber vielen Dank für Ihre Information. Ich werde aufmerksam mitverfolgen, was da geschieht. Wissen Sie, mit welchen Begründungen diese Kassenmitarbeiter einen Neuantrag verlangt haben?